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mit Liebe gemacht

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Lecture-Performance | 2018 | 20 Minuten

In der künstlerischen Kochshow versucht der Moderator mit seiner Assistenz verschiedene Aufgaben zu meistern: einerseits Essenszubereitung, die als Show ja außerdem unterhalten soll, andererseits dem parallel stattfindenden pseudo-akademischen Vortrag, der Nahrungsbereitung und -aufnahme in seiner sozialen und kulturellen Bedeutung untersucht. Dabei vermengen sich die theoretisierten Probleme mit den in der Showsituation real entstehenden.
In der Show geht es spezifisch um die Liebe, und den Mehrwert den Beisteuerung der Liebe in der Nahrungsbereitung vermeintlich bietet. Ist die Pasta besser, wenn sie mit Liebe gemacht ist? Wie ist das Gericht, wenn es mit Verachtung, dabei aber diszipliniert und sorgfältig gemacht ist?
In dem Vortrag werden vom Koch verschiedene Formen der Liebe am Beispiel verschiedener Supermarkt-Produkte präsentiert. Alle diese Produkte verkaufen und vermarkten sich mit dem Schlagwort der Liebe. Dazu wird live ein Gericht zubereitet, dass die Machbarkeit der Versprechen der Werbung auslotet.
Dem „Starkoch“ wird dabei von einem Assistenten zugearbeitet, der einen Großteil der Arbeit leistet, jedoch keinen Ruhm erntet. Die Macht- und Beziehungsstrukturen zwischen den beiden und dem Publikum  illustrieren ebenfalls die Frage von Emotionsvermittlung durch Essensbereitung.
Das fertige Gericht wird am Ende dem Publikum präsentiert – mit der Erwartungshaltung, dass dieses die eingebrachte Liebe und andere Emotionen aus dem Gericht herausschmecken kann Gegen Ende franst das eher klassische Showformat zunehmend aus und vermengt sich mit dem zum Probieren eingeladenem Publikum.